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Welches Geschirr?

Hundegeschirr anlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Y, Norweger und Step-in

So legst du Y-, Norweger- und Step-in-Geschirr in Sekunden an – und so gewöhnst du einen Hund, der das Anlegen nicht mag, behutsam um.

Illustration: Frau mit Französischer Bulldogge im sonnengelben Norwegergeschirr, daneben eine Uhr

Ein Hundegeschirr anlegen sieht einfach aus – bis man vor einem Gewirr aus Gurten steht und ein aufgeregter Hund an der Tür tanzt. Mit ein bisschen Übung dauert es aber nur Sekunden. In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein Y-Geschirr, ein Norwegergeschirr und ein Step-in-Geschirr anlegst, wie du alles richtig einstellst und was du tust, wenn dein Hund das Anlegen nicht mag. Denn das Wichtigste passiert schon vor dem ersten Klick: Dein Hund soll das Geschirr mit etwas Schönem verbinden.

Inhalt
  1. Vorbereitung: das Geschirr kennenlernen
  2. Y-Geschirr anlegen
  3. Norwegergeschirr anlegen
  4. Step-in-Geschirr anlegen
  5. Wenn dein Hund das Anlegen nicht mag
  6. Häufige Fragen zum Hundegeschirr anlegen

Vorbereitung: das Geschirr kennenlernen

Nimm dir beim ersten Mal Zeit und üb nicht an der Haustür, wenn dein Hund schon aufgeregt ist. Leg das Geschirr vorher einmal vor dir auf den Boden und finde heraus, welcher Teil wohin gehört: Wo ist der Halsring, wo der Bauchgurt, wo sitzt der Leinenring? Öffne alle Schnallen und stell die Gurte grob auf die Maße deines Hundes ein. Dann hol deinen Hund dazu und lass ihn am Geschirr schnuppern. Belohne ihn dafür. Erst wenn er entspannt bleibt, geht es weiter. Ein Hund, der das Anlegen mit Leckerli und einem Spaziergang verbindet, wird bald von selbst kommen, sobald er das Geschirr klappern hört. Übe das Anlegen in den ersten Tagen ruhig auch dann, wenn ihr gar nicht rausgeht: Geschirr an, Leckerli, ein paar Minuten spielen, Geschirr ab. So wird das Anlegen zu einer ganz normalen, angenehmen Sache und nicht zum Signal für Aufregung. Kurze, entspannte Übungen bringen dabei mehr als eine lange Sitzung.

Y-Geschirr anlegen

  1. Halte das Geschirr so, dass der Leinenring nach oben zeigt und der Bruststeg nach unten hängt.
  2. Lass deinen Hund den Kopf durch den Halsring stecken. Hilf ihm mit einem Leckerli, das du durch die Öffnung hältst.
  3. Führe den Bauchgurt unter dem Bauch hindurch, hinter den Vorderbeinen, und schließe die Schnalle.
  4. Prüf, ob der Bruststeg mittig zwischen den Vorderbeinen liegt.
  5. Stell Hals- und Bauchgurt so ein, dass zwei Finger flach darunter passen.

Bei vielen Y-Geschirren lässt sich auch der Halsring öffnen. Dann musst du nichts über den Kopf ziehen, sondern legst das Geschirr von oben auf und schließt beide Schnallen. Das ist praktisch für Hunde, die kopfscheu sind. Unser mitwachsendes Welpengeschirr ist ein Y-Geschirr mit vier Verstellpunkten, mit dem sich das gut üben lässt.

Norwegergeschirr anlegen

  1. Halte das Geschirr so, dass der Brustgurt vorn und der Leinenring oben liegt.
  2. Zieh den Kopfteil über den Kopf deines Hundes, sodass der Brustgurt waagerecht über der Brust liegt. Bei Modellen mit seitlicher Schnalle legst du den Brustgurt einfach an und schließt ihn.
  3. Führe den Bauchgurt unter dem Bauch hindurch und schließe die Schnalle mit einem Klick.
  4. Prüf, ob der Brustgurt unterhalb des Halses über dem Brustbein liegt – nicht vor den Schultern.

Das Norwegergeschirr ist in wenigen Sekunden angelegt und deshalb beliebt bei Hunden, die an der Tür kaum stillhalten. Achte beim Einstellen vor allem auf den Brustgurt: Rutscht er nach oben, stell den Bauchgurt enger. Modelle findest du unter Norwegergeschirr.

Step-in-Geschirr anlegen

  1. Leg das Geschirr flach auf den Boden, die Innenseite nach oben, die beiden Beinöffnungen vorn.
  2. Lass deinen Hund mit den Vorderpfoten in die beiden Öffnungen steigen. Ein Leckerli vor seiner Nase hilft.
  3. Zieh das Geschirr an beiden Seiten hoch und schließe es auf dem Rücken.
  4. Prüf, ob die Öffnungen nicht in die Achseln schneiden und zwei Finger unter den Stoff passen.

Wenn dein Hund das Anlegen nicht mag

Manche Hunde ducken sich weg, sobald das Geschirr auftaucht. Meist steckt eine schlechte Erfahrung dahinter: ein Geschirr, das gezwickt hat, ein Gurt, der über die Ohren geschrammt ist, oder einfach zu viel Hektik. Dann hilft nur, ganz von vorn anzufangen. Leg das Geschirr hin und belohne jeden Blick, jedes Schnuppern. Halte das Geschirr dann so, dass dein Hund selbst entscheidet, ob er den Kopf hindurchsteckt. Beug dich nicht über ihn, sondern geh neben ihm in die Hocke. Schließ die Schnallen anfangs nur kurz und nimm das Geschirr gleich wieder ab. Ein Geschirr ohne Über-den-Kopf, etwa ein Step-in-Geschirr oder ein Norweger mit seitlichem Verschluss, kann die Sache deutlich erleichtern. Bei sehr ängstlichen Hunden findest du weitere Tipps in Angstgeschirr für Hunde.

Und wenn alles sitzt: Prüf den Sitz noch einmal mit der Zwei-Finger-Regel und schau deinem Hund beim Gehen zu. Wie das genau geht, steht in So muss ein Hundegeschirr sitzen. Dann kann es losgehen.

Häufige Fragen zum Hundegeschirr anlegen

Wie lange dauert es, bis sich mein Hund ans Geschirr gewöhnt?

Bei den meisten Hunden wenige Tage, bei ängstlichen Hunden auch Wochen. Kurze, positive Übungen bringen mehr als lange.

Muss ich das Geschirr jedes Mal neu einstellen?

Nein. Einmal richtig eingestellt, öffnest und schließt du nur noch die Schnallen. Prüf den Sitz trotzdem ab und zu, besonders bei Welpen.

Welches Geschirr ist am einfachsten anzulegen?

Ein Norwegergeschirr mit seitlicher Schnalle oder ein Step-in-Geschirr. Bei beiden muss nichts über den Kopf.

Was mache ich, wenn mein Hund beim Anlegen schnappt?

Hör sofort auf und fang mit viel kleineren Schritten neu an. Wenn das Verhalten bleibt, hilft eine Hundetrainerin oder die Tierarztpraxis, um Schmerzen auszuschließen.

Passend zum Artikel: Welpengeschirr

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Bei Schmerzen, Lahmheit, wunden Stellen oder Verhaltensproblemen ist eure Tierarztpraxis die richtige Ansprechpartnerin. Unsere Artikel ersetzen keine tierärztliche Untersuchung.

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