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Unterwegs mit Hund

Hund im Auto sichern: Box, Gurt oder Geschirr?

Was das Gesetz verlangt, warum eine befestigte Transportbox am sichersten ist und was Crashtests über Autogeschirre zeigen – ehrlich und mit Quellen.

Illustration: Labrador ohne Geschirr, daneben Sticker mit Transportbox und Häkchen

Einen Hund im Auto sichern ist keine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Sicherheit – für deinen Hund und für alle anderen im Auto. Bei einer Vollbremsung wird ein ungesicherter Hund zum Geschoss, und selbst nach einem leichten Unfall kann ein verängstigter Hund aus dem Auto springen und auf die Straße laufen. In diesem Artikel erfährst du, was das Gesetz verlangt, welche Lösung Automobilclubs und Verbraucherschützer empfehlen, was Crashtests über Autogeschirre zeigen und wie du deinen Hund ans Autofahren gewöhnst.

Inhalt
  1. Hund im Auto sichern: was das Gesetz sagt
  2. Die sicherste Lösung: eine passende Transportbox
  3. Autogeschirr: was Crashtests zeigen
  4. Rücksitz, Kofferraum oder Beifahrersitz?
  5. Den Hund ans Autofahren gewöhnen
  6. Hitze im Auto: nie allein lassen
  7. Häufige Fragen: Hund im Auto sichern

Hund im Auto sichern: was das Gesetz sagt

In Deutschland gilt ein Hund im Auto rechtlich als Ladung. Die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt, dass Ladung so gesichert ist, dass sie auch bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutschen, umfallen oder herunterfallen kann. Wer seinen Hund nicht ausreichend sichert, riskiert ein Bußgeld, laut ADAC je nach Situation zwischen 35 und 75 Euro, bei Gefährdung oder nach einem Unfall auch einen Punkt in Flensburg (ADAC). Hinzu kommt: Verursacht ein ungesicherter Hund einen Unfall, kann das Ärger mit der Versicherung bedeuten. Der Beifahrersitz ist laut ADAC nie ein geeigneter Platz für einen Hund.

Die sicherste Lösung: eine passende Transportbox

Automobilclubs und Verbraucherschützer sind sich einig: Am besten sichert eine stabile, passend große Transportbox. Sie sollte so groß sein, dass dein Hund darin liegen und sich umdrehen kann, aber nicht viel größer – sonst wird er bei einer Bremsung durch die Box geschleudert. Im Kofferraum gehört die Box mit Spanngurten an den Zurrösen befestigt, damit sie nicht verrutscht. Der ADAC weist darauf hin, dass Metallboxen in Crashtests besser abschneiden als einfache Kunststoffboxen. Aber auch bei Boxen gibt es große Unterschiede: In einem Test des Touring Club Schweiz, über den die Stiftung Warentest berichtet, erreichten vier von neun Boxen weniger als 40 von 100 Sicherheitspunkten, bei allen vieren lag der Dummy nach dem Crash nicht mehr in der Box (test.de). Achte beim Kauf deshalb auf veröffentlichte Crashtests oder eine Prüfung nach DIN 75410-2, die der ADAC als Orientierung nennt.

Autogeschirr: was Crashtests zeigen

Ein Geschirr mit Gurt am Sicherheitsgurt klingt nach einer einfachen Lösung, besonders für Hunde, die nicht in eine Box passen. Die Ergebnisse von Crashtests sind allerdings ernüchternd. Bei einem gemeinsamen Test von Touring Club Schweiz und Stiftung Warentest aus dem Jahr 2018 rissen die meisten Autogeschirre sofort, und der Dummy flog durchs Auto. Bei den Geschirren, die hielten, dehnten sich die Gurte so stark, dass der Hund mit voller Wucht gegen den Vordersitz geprallt wäre. Die Stiftung Warentest rät deshalb von Autogeschirren als Alternative zu einer Box ab. Der ADAC sieht Gurtsysteme mit ISOFIX-Befestigung und kräftigem Brustgeschirr als Ergänzung, etwa zu einer Rücksitzmatte, und empfiehlt Geschirre mit vollständig vernähten Schlaufen, stabilen Haken und doppelter Anbindung.

Unsere ehrliche Einschätzung: Ein normales Spaziergeschirr ist kein Crashschutz, auch nicht unseres. Es hilft dir aber in einer anderen Situation, die oft unterschätzt wird – beim Ein- und Aussteigen. Viele Hunde springen aus dem Auto, sobald die Tür aufgeht. Mit einem gut sitzenden Geschirr und angeleintem Hund behältst du an der Raststätte, am Straßenrand und auf dem Parkplatz die Kontrolle. Bei ängstlichen Hunden ist ein Sicherheitsgeschirr mit drittem Gurt dafür die sicherste Wahl.

Rücksitz, Kofferraum oder Beifahrersitz?

  • Kofferraum: Mit befestigter Box der beste Platz, vor allem in Kombis. Ein Trenngitter allein reicht nicht, sondern ist nur eine Ergänzung.
  • Rücksitz: Für kleine Hunde in einer befestigten Box oder einer gut fixierten Transporttasche. Eine Rücksitzmatte allein schützt nur die Polster.
  • Beifahrersitz: Kein Platz für einen Hund, auch nicht für einen kleinen. Ein auslösender Airbag kann tödlich sein.
  • Fußraum: Nur in einer befestigten Box, nie lose.

Den Hund ans Autofahren gewöhnen

Viele Hunde fahren ungern Auto, weil es schaukelt, laut ist oder weil die Fahrt oft beim Tierarzt endet. Fang deshalb klein an: Lass deinen Hund die Box erst zu Hause kennenlernen, mit Decke und Leckerli darin. Setz ihn dann ins stehende Auto, lass den Motor laufen und belohne ihn. Die ersten Fahrten sind kurz und enden an einem schönen Ort – am Wald, am Feld, bei Freunden. So lernt dein Hund, dass Autofahren etwas Gutes bedeutet. Plane auf langen Fahrten alle zwei Stunden eine Pause ein und leine deinen Hund an, bevor du die Tür öffnest.

Hitze im Auto: nie allein lassen

Ein Auto heizt sich in der Sonne in wenigen Minuten stark auf, auch bei Temperaturen, die sich draußen noch angenehm anfühlen. Ein einen Spalt geöffnetes Fenster hilft kaum. Hunde kühlen sich fast nur über das Hecheln ab und können in einem heißen Auto lebensgefährlich überhitzen. Lass deinen Hund deshalb im Sommer nie allein im Auto, auch nicht kurz. Mehr zum Unterwegssein mit Hund findest du in Joggen mit Hund und in unserer Rubrik Unterwegs mit Hund.

Häufige Fragen: Hund im Auto sichern

Muss ich meinen Hund im Auto anschnallen?

Du musst ihn sichern, denn er gilt als Ladung. Wie, schreibt das Gesetz nicht vor. Am sichersten ist eine passende, befestigte Transportbox.

Reicht ein Hundegeschirr mit Gurt?

In Crashtests haben viele Autogeschirre nicht gehalten. Die Stiftung Warentest rät von Autogeschirren als Alternative zur Box ab, der ADAC empfiehlt sie höchstens als Ergänzung mit stabiler Befestigung.

Darf mein Hund auf dem Beifahrersitz mitfahren?

Davon raten Automobilclubs dringend ab. Ein Airbag kann einen Hund schwer verletzen, und auch ein kleiner Hund muss gesichert sein.

Was kostet es, wenn mein Hund nicht gesichert ist?

Laut ADAC zwischen 35 und 75 Euro, bei Gefährdung oder nach einem Unfall zusätzlich ein Punkt in Flensburg.

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